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    Adolf-Würth-Zentrum für Geschichte der Psychologie
    Psychologisches Institut Jena
    Gedenktafel

    Februar 1945

    Für das letzte Kriegsjahr berichtet die Chronik der Stadt Jena folgendes:
    "Bei dem schweren Bombenangriff auf Jena sind ca. 100 Tote, über 50 schwer- und über 200 Leichtverletzte zu beklagen. 26 Gebäude werden total, 21 schwer und 259 mittelschwer bis leicht beschädigt. Über 100 Personen werden dabei verschüttet und 34 als vermisst gemeldet!

    Betroffen ist besonders die Jenaer Altstadt und das Nordviertel .Unter den zerstörten Gebäuden befindet sich neben zahlreichen Wohnhäusern auch Universitäts-bibliothek, Kollegienkirche, Griesbachhaus, Nordschule, das Botanische Institut und das Haus Unterm Markt 1 in welchem Goethe und Schiller 1794 ihre Dichterfreundschaft schlossen."

    (http://www.jena.de/)

    Im Griesbachhaus, einem geschichtsträchtigen Ort, in dem einst Schiller am 26. Mai 1789 seine Antrittsvorlesung hielt, war das Institut für Psychologie der Universität Jena untergebracht. Zwölf Mitarbeiter, die sich während des Angriffs im Institutsgebäude befanden, überlebten diesen nicht.

    Der hier vorgestellte Film zeigt das Psychologische Institut, dessen Ausstattung und Arbeitsweise und darüber hinaus Teile der Stadt Jena, wie sie beim Blick aus dem Institutsgebäude zu sehen waren. Der Film entstand im Jahr 1939 anlässlich des 50. Geburtstags des damaligen Institutsdirektors Prof. Friedrich Sander. 1942 wurde der Film kopiert und vielleicht auch mit Titeln versehen.

    Zum Film: Das Psychologische Institut in Jena 1939

    Handergograph

    Zur Chronik des Jenaer Insituts

    Die Wurzeln zur Geschichte der Psychologie in Jena reichen weit in die Vergangenheit zurück. Eine erfolgreiche Initiative, die letztlich zu einem Psychologischen Institut führte, entstand jedoch erst in den 20er Jahren. Sie hatte ihre Urspung im Thüringer Lehrerbund, in der Firma Carl Zeiss und in der Gesellschaft für experimentelle Psychologie.
    1923 gelang so die Gründung einer "Psychologischen Anstalt", deren erster Direktor Wilhelm Peters (1880-1963) wurde. Innerhalb von 10 Jahren führte er die junge Einrichtung zu beachtlicher Anerkennung, bevor die Nationalsozialisten seinem Streben mit seiner Entlassung 1933 ein jähes Ende bereiteten. Für ein Semester übernahm nun Annelies Argelander die Verwantwortung für die "Psychologische Anstalt".
    Zum Wintersemester 1933 folgte der in Greiz geborene Friedrich Sander (1889-1971) dem Ruf an die Universität Jena und damit von Gießen (wo er auch einen Ruf hatte) zurück in seine Thüringische Heimat. 1940 wurde die "Psychologische Anstalt" in "Psychologisches Institut" umbenannt. Sander leitete das Institut bis 1945.

    (Armin Stock)

    Literatur:

    Geuter, U. (1986). Daten zur Geschichte der deutschen Psychologie. Band 1. Göttingen: Hogrefe.

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